AKTT-Info 02/2013


Nürnberg 2013 – und die Motive der Hersteller ? !

Wenn diese Zeilen erscheinen, dürften die meisten 2013er TT-Neuheiten für Nürnberg bereits bekannt sein, da viele Hersteller im unmittelbaren Vorfeld der Spielwarenmesse bereits den Großteil ihrer für 2013 vorgesehenen Ankündigungen veröffentlicht haben. Auch „Doppelentwicklungen“ sind wieder dabei und werfen erneut die Frage auf, können die Hersteller sich so etwas angesichts der zahlenmäßig ja doch eher begrenzten Käuferschaft in TT leisten ? Wir Fans wissen ja noch genügend Lücken im TT-Angebot, die wir lieber beseitigt gesehen hätten. Was treibt also die Hersteller zu ihren Produktentscheidungen. Die Antwort dürfte für die meisten Hersteller eigentlich einfach sein : Es sind Wirtschaftsunternehmen, die ihre Produkte gewinnbringend absetzen wollen, wobei es zunächst mal vollkommen egal ist, ob es sich um etwas Neues im Markt oder um eine Doppelentwicklung handelt. Wichtiger ist, dass das Produkt oder die Produktgruppe mindestens auf mittlere Sicht (wenige Jahre) in der notwendigen Stückzahl verkaufbar ist oder den Verkauf anderer Produkte stützt. In der Regel wissen die Hersteller um einiges früher von der Entwicklung bei der Konkurrenz als wir Endverbraucher, allerdings nicht immer und manche Doppelentwicklung entspringt dann auch als “Unfall“ der Unkenntnis, die manchmal sogar ärgerlicherweise mangelnder Recherche geschuldet ist. Von bewussten Doppelentwicklungen verspricht man sich hingegen wohl genügend Absatz oder – aber das wollen wir hier natürlich niemandem unterstellen – man will den Konkurrenten direkt angreifen. Wenn also z.B. PIKO eine 118 herausbringt, obwohl ein gutes Modell dieser Baureihe von TILLIG seit vielen Jahren bereits im Markt ist, so verspricht man sich wohl dennoch Verkauferfolge, sei es aufgrund des PIKO-typisch eher niedrigen Preises oder/und weil man glaubt, vielleicht auch technisch mithalten zu können. TILLIG kann das wohl gelassen sehen, schließlich haben die Sebnitzer über die Jahre sicherlich viele Tausende Exemplare dieses Modells absetzen können. Und ebenso gelassen sollten auch wir Endverbraucher manche Doppelentwicklung sehen, eine prophylaktische konzertierte Kaufzurückhaltung, die den Doppelentwickler schon im Vorfeld von seinem Tun abhält, gibt es nun mal nicht. Später werden die Verbraucher dann entscheiden und hoffen, dass niemand „auf der Strecke“ bleibt. Da, wo wir als AKTT rechtzeitig von beabsichtigten, aus unserer Sicht unsinnigen , ja vielleicht sogar ruinösen Doppelentwicklungen Kenntnis erhalten, versuchen wir natürlich Einfluss zu nehmen, v.a. wenn es Kleinserienhersteller zu treffen droht. Das ist jedenfalls in unserer Spur manchmal wichtiger als im und vorm Nürnberger Messebetrieb den Herstellern mit der nächsten Neuheitenforderung auf die Nerven zu gehen, was nicht heißt, dass wir nicht beharrlich mit Nachdruck auf potentiell umsatzträchtige Lücken im Angebot hinweisen (s.Fotos).

 



So wie hier sollte es 2013ff. bitte nicht mehr geschehen,
drei TT-Hersteller (v.l.n.r. : ROCO, MTB und KUEHN),
die mit jeweils gut gelungenen Produkten um einen
ja doch sehr begrenzten Markt kämpfen und dabei
sicher die eine oder andere Feder gelassen haben
oder noch lassen werden. (Foto : W. Knipping)
So etwas (hier JAGO-Weißmetall-Kleinserienmodell
der 58.30) dagegen, wie ja auch von GÜTZOLD
mal angekündigt, würden wir wohl durchaus gern
als „Doppelentwicklung“ noch einmal sehen !
(Foto : W.Knipping)

 

Neue Mitglieder

Nachfolgende TT-Bahner dürfen wir recht herzlich in den Reihen des AKTT begrüßen:

Wilfried Knipping/Bodo Merkel